Ver­samm­lungs- und Vereinigungsfreiheit

Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma

Arti­kel 7 des Rah­men­über­ein­kom­mens des Euro­pa­rats zum Schutz natio­na­ler Min­der­hei­ten soll gewähr­leis­ten, dass das Recht jeder Per­son, die einer natio­na­len Min­der­heit ange­hört, auf die dar­in genann­ten Grund­frei­hei­ten geach­tet wird.

Die­se Frei­hei­ten sind selbst­ver­ständ­lich uni­ver­sel­ler Art, sie gel­ten für alle Men­schen, gleich­viel, ob sie einer natio­na­len Min­der­heit ange­hö­ren oder nicht. Dem­entspre­chend sind sie etwa auch in Arti­kel 9, 10 und 11 der Euro­päi­schen Kon­ven­ti­on zum Schutz der Men­schen­rech­te als indi­vi­du­el­les Recht eines jeden Men­schen geschützt. Für den Schutz natio­na­ler Min­der­hei­ten sind sie jedoch von beson­de­rer Bedeu­tung. Aus den in den Erläu­te­run­gen zur Prä­am­bel ange­ge­be­nen Grün­den wur­de daher beschlos­sen, bestimm­te bereits in der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on ent­hal­te­ne Ver­pflich­tun­gen noch­mals aus­drück­lich in das Rah­men­über­ein­kom­men zum Schutz natio­na­ler Min­der­hei­ten aufzunehmen.

Arti­kel 7 [Ver­samm­lungs- und Vereinigungsfreiheit]

Die Ver­trags­par­tei­en stel­len sicher, daß das Recht aller Ange­hö­ri­gen einer natio­na­len Min­der­heit, sich fried­lich zu ver­sam­meln und sich frei zusam­men­zu­schlie­ßen, sowie ihr Anspruch auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung und auf Gedanken‑, Gewis­sens- und Reli­gi­ons­frei­heit geach­tet werden.

Arti­kel 7 und 8 des Rah­men­über­ein­kom­mens ver­pflich­ten die Ver­trags­staa­ten, die Ach­tung der­je­ni­gen Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten sicher­zu­stel­len, die für Ange­hö­ri­ge natio­na­ler Min­der­hei­ten beson­de­re Bedeu­tung haben: Ver­samm­lungs- und Ver­ei­ni­gungs­frei­heit, Mei­nungs­frei­heit, Gedanken‑, Gewis­sens- und Religionsfreiheit.

Die­se Rech­te und Frei­hei­ten sind in der deut­schen Rechts­ord­nung durch Arti­kel 4, 5, 8 und 9 GG sowie durch Arti­kel 9, 10 und 11 EMRK umfas­send verbürgt.

Aller­dings sind die Ver­bür­gun­gen die­ser Grund­frei­hei­ten im Rah­men­über­ein­kom­men zum Schutz natio­na­ler Min­der­hei­ten zu denen in der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on (EMRK) nicht gleich­wer­tig. Das Rah­men­über­ein­kom­men hat von einer umfas­sen­den und undif­fe­ren­zier­ten Bezug­nah­me auf die in der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on und den Pro­to­kol­len dazu ver­an­ker­ten Rech­te und Frei­hei­ten abge­se­hen. Nicht alle Ver­trags­staa­ten der EMRK haben alle Pro­to­kol­le rati­fi­ziert, und man­che haben zu ein­zel­nen Rech­ten und Frei­hei­ten Vor­be­hal­te gemacht oder Erklä­run­gen abge­ge­ben. Die­sen Pro­ble­men begeg­net das Rah­men­über­ein­kom­men mit einer wei­che­ren For­mu­lie­rung von blo­ßen Staatenverpflichtungen.

Die Bestim­mung des Arti­kels 7 des Rah­men­über­ein­kom­mens kann für die Ver­trags­par­tei­en bestimm­te posi­ti­ve Ver­pflich­tun­gen mit sich brin­gen, die genann­ten Frei­hei­ten vor nicht vom Staat aus­ge­hen­den Ver­let­zun­gen zu schüt­zen. Der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rech­te etwa hat aner­kannt, dass nach der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on sol­che posi­ti­ven Ver­pflich­tun­gen bestehen können.

Eini­ge der in Arti­kel 7 des Rah­men­über­ein­kom­mens genann­ten Frei­hei­ten wer­den in den Arti­keln 8 (Reli­gi­ons­frei­heit) , und 9 (Mei­nungs­frei­heit und frei­er Medi­en­zu­gang ) wei­ter ausgeführt.

Bild­quel­len:

Sie sind derzeit offline!

Zum Inhalt springen