Rahmenübereinkommen des Europarats zum Schutz nationaler Minderheiten

Toleranz und interkultureller Dialog

Sorbische Bibelübersetzung

 

Artikel 6 des Rahmenübereinkommens des Europarats zum Schutz nationaler Minderheiten trägt den Besorgnisse von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Intoleranz Rechnung und betont demgegenüber die Wichtigkeit von gegenseitiger Toleranz und interkulturellem Dialog.

Artikel 6 Absatz 1 des Rahmenübereinkommens betont den Geist der Toleranz und des interkulturellen Dialogs und weist darauf hin. dass es wichtig ist, dass die Vertragsparteien die gegenseitige Achtung, das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit zwischen allen in ihrem Hoheitsgebiet lebenden Menschen fordern. Die Bereiche Bildung, Kultur und Medien werden hier eigens erwähnt, da sie besondere bedeutsam für die Erreichung dieser Ziele angesehen werden.

Artikel 6 [Toleranz und interkultureller Dialog]

  1. Die Vertragsparteien fördern den Geist der Toleranz und des interkulturellen Dialogs und treffen wirksame Maßnahmen zur Förderung der gegenseitigen Achtung und des gegenseitigen Verständnisses sowie der Zusammenarbeit zwischen allen in ihrem Hoheitsgebiet lebenden Menschen unabhängig von deren ethnischer, kultureller, sprachlicher oder religiöser Identität, und zwar insbesondere in den Bereichen Bildung, Kultur und Medien.

Toleranz und interkultureller Dialog sind unverzichtbare Bausteine eines auf gegenseitige Achtung und gegenseitiges Verständnis gegründeten Schutzes nationaler Minderheiten und der Rechte und Freiheiten ihrer Angehörigen. Artikel 6 Absatz 1 des Rahmenübereinkommens verpflichtet die Vertragsstaaten zur Förderung der hierfür erforderlichen Rahmenbedingungen.

Artikel 6 Absatz 1 des Rahmenübereinkommens ist an Absatz 36.2 des Kopenhagener Dokuments der KSZE angelehnt. In Deutschland ist diese Verpflichtung Teil des Bildungsauftrages des allgemeinbildenden Schulwesens und der politischen Bildung und hat dort einen hohen Stellenwert. Darüber hinaus widmen sich zahlreiche nichtstaatliche Organisationen und private Initiativen dieser Zielsetzung, die auch von den politischen Parteien bis auf die kleine Minderheit extremistischer Kräfte unterstützt wird.

Zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts ist Artikel 6 Absatz 1 des Rahmenübereinkommens unter anderem darauf gerichtet, die Toleranz und den interkulturellen Dialog dadurch zu fördern, dass durch Ermutigung interkultureller Organisationen und Bewegungen, welche die gegenseitige Achtung und das gegenseitige Verständnis fördern und diese Menschen unter Bewahrung ihrer Identität in die Gesellschaft integrieren wollen, Schranken zwischen Angehörigen ethnischer, kultureller, sprachlicher und religiöser Gruppen beseitigt werden.