Frei­heit des Bekennt­nis­ses zu einer Minderheit

Sorbinnen in Bautzen 1950

Arti­kel 3 Absatz 1 des Rah­men­über­ein­kom­mens des Euro­pa­rats zum Schutz natio­na­ler Min­der­hei­ten garan­tiert jeder Per­son, die einer natio­na­len Min­der­heit ange­hört, das Recht, frei zu ent­schei­den, ob sie als sol­che behan­delt wer­den möch­te oder nicht.

Nach die­ser Bestim­mung bleibt es jeder Per­son, die einer natio­na­len Min­der­heit ange­hört, selbst über­las­sen, zu ent­schei­den, ob sie sich unter den Schutz, der sich aus den Grund­sät­zen des Rah­men­über­ein­kom­mens ergibt, stel­len möch­te oder nicht.

Die­se Rege­lung bedeu­tet nicht, dass eine Per­son das Recht hat, will­kür­lich zu ent­schei­den, dass sie einer natio­na­len Min­der­heit ange­hört. Die sub­jek­ti­ve Ent­schei­dung der Per­son ist untrenn­bar mit objek­ti­ven, für ihre Iden­ti­tät maß­geb­li­chen Kri­te­ri­en verbunden.

Arti­kel 3 Absatz 1 sieht fer­ner vor, dass aus der durch die­se Bestim­mung gewähr­leis­ten frei­en Ent­schei­dung oder aus der Aus­übung der mit die­ser Ent­schei­dung ver­bun­de­nen Rech­te kei­ne Nach­tei­le erwach­sen dür­fen. Die­ser Teil der Bestim­mung soll sicher­stel­len, dass die Aus­übung der frei­en Ent­schei­dung auch nicht mit­tel­bar beein­träch­tigt wird.

Arti­kel 3 [Frei­heit der Zuge­hö­rig­keit zu einer Minderheit]

  1. Jede Per­son, die einer natio­na­len Min­der­heit ange­hört, hat das Recht, frei zu ent­schei­den, ob sie als sol­che behan­delt wer­den möch­te oder nicht; aus die­ser Ent­schei­dung oder der Aus­übung der mit die­ser Ent­schei­dung ver­bun­de­nen Rech­te dür­fen ihr kei­ne Nach­tei­le erwachsen.

Die Frei­heit der ein­zel­nen einer natio­na­len Min­der­heit ange­hö­ren­den Per­son, selbst zu entscheiden,ob sie sich mit die­ser natio­na­len Min­der­heit iden­ti­fi­ziert und des­halb als Ange­hö­ri­ger die­ser natio­na­len Min­der­heit behan­delt wer­den möch­te, ist grund­le­gen­des Ele­ment eines auf demo­kra­ti­schen Grund­sät­zen beru­hen­den Schut­zes natio­na­ler Min­der­hei­ten. Nie­mand darf gegen sei­nen Wil­len gezwun­gen wer­den, sich zu einer natio­na­len Min­der­heit zu beken­nen, auch nicht mit­tel­bar. Jede einer natio­na­len Min­der­heit ange­hö­ren­de Per­son kann somit selbst ent­schei­den, ob sie zu dem Kreis der Per­so­nen gehö­ren möch­te, zu deren Schutz und För­de­rung die Staa­ten in Ver­wirk­li­chung die­ses Rah­men­über­ein­kom­mens Maß­nah­men ergreifen.

Bild­quel­len:

  • Sor­bin­nen in Baut­zen 1950: Roger und Rena­te Rös­sing /​/​ Deut­sche Foto­thek, Säch­si­sche Lan­des­bi­blio­thek | CC BY-SA 3.0 Unported

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