Schutz vor Fremdenfeindlichkeit

Renningen / Leonberg, Polizei bei "Zigeuner-Razzia"

Arti­kel 6 des Rah­men­über­ein­kom­mens des Euro­pa­rats zum Schutz natio­na­ler Min­der­hei­ten trägt den Besorg­nis­se von Ras­sis­mus, Frem­den­feind­lich­keit, Anti­se­mi­tis­mus und Into­le­ranz Rech­nung und betont dem­ge­gen­über die Wich­tig­keit von gegen­sei­ti­ger Tole­ranz und inter­kul­tu­rel­lem Dialog.

Arti­kel 6 Absatz 2 des Rah­men­über­ein­kom­mens ver­pflich­tet die Ver­trags­staa­ten zu geeig­ne­ten Maß­nah­men zum Schutz der Men­schen, die wegen ihrer beson­de­ren Iden­ti­tät dis­kri­mi­nie­ren­den, feind­se­li­gen oder gewalt­tä­ti­gen Hand­lun­gen oder der Andro­hung sol­cher Hand­lun­gen aus­ge­setzt sein können.

Arti­kel 6 [Tole­ranz und inter­kul­tu­rel­ler Dialog]

  1. Die Ver­trags­par­tei­en ver­pflich­ten sich, geeig­ne­te Maß­nah­men zu tref­fen, um Men­schen zu schüt­zen, die wegen ihrer eth­ni­schen, kul­tu­rel­len, sprach­li­chen oder reli­giö­sen Iden­ti­tät dis­kri­mi­nie­ren­den, feind­se­li­gen oder gewalt­tä­ti­gen Hand­lun­gen oder der Andro­hung sol­cher Hand­lun­gen aus­ge­setzt sein können.

Die Bestim­mung des Arti­kel 6 Abs. 2 des Rah­men­über­ein­kom­mens geht zurück auf Absatz 49.2 des Kopen­ha­ge­ner Doku­ments der KSZE. Die hier pos­tu­lier­te Staa­ten­ver­pflich­tung hat den Schutz aller Men­schen zum Ziel, die dis­kri­mi­nie­ren­den, feind­se­li­gen oder gewalt­tä­ti­gen Hand­lun­gen oder der Andro­hung sol­cher Hand­lun­gen aus­ge­setzt sein kön­nen, gleich­viel, wel­chen Ursprungs die­se Hand­lun­gen oder Dro­hun­gen sind.

Arti­kel 6 Absatz 2 des Rah­men­über­ein­kom­mens pos­tu­liert den Schutz natio­na­ler Min­der­hei­ten, ent­hält aber in Bezug auf die Art der gege­be­nen­falls zu tref­fen­den Maß­nah­men kei­ne Vor­ga­ben. Auch inso­weit haben die Ver­trags­staa­ten einen brei­ten Gestal­tungs­spiel­raum, der es ihnen ermög­licht, die jewei­li­gen tat­säch­li­chen und recht­li­chen Beson­der­hei­ten in ihrem Staats­ge­biet zu berücksichtigen.

In Deutsch­land wird der Schutz Ange­hö­ri­ger natio­na­ler Min­der­hei­ten vor Dis­kri­mi­nie­rung auf der Grund­la­ge der all­ge­mei­nen Rechts­ord­nung gewähr­leis­tet. Beson­de­re Bedeu­tung kommt dabei dem Straf­recht zu, ins­be­son­de­re den Straf­tat­be­stän­den der Volks­ver­het­zung und der Belei­di­gung, §§ 130 und 185 StGB.

Neben dem Schutz der Ange­hö­ri­gen natio­na­ler Min­der­hei­ten durch das Straf­ge­setz hat die poli­ti­sche Bil­dung und geis­tig-poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit Extre­mis­mus, Frem­den­feind­lich­keit und Gewalt eine hohe Bedeu­tung, um extre­mis­ti­schem Gedan­ken­gut den Nähr­bo­den zu ent­zie­hen und so zur Ver­hin­de­rung poli­tisch moti­vier­ter Gewalt­ta­ten bei­zu­tra­gen. Durch poli­ti­sche Bil­dung, schu­li­sche Erzie­hung und vor­beu­gen­de Auf­klä­rungs­ar­beit müs­sen die Wer­te der frei­heit­li­chen Demo­kra­tie ver­deut­licht und bewusst gemacht, dass Gewalt nie­mals Mit­tel der poli­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung sein kann und darf.

Bild­quel­len:

  • Ren­nin­gen /​​ Leon­berg, Poli­zei bei “Zigeu­­ner-Raz­­zia”: Bun­des­ar­chiv, Bild 146−1989−110−29 | CC BY-SA 3.0 Unported

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