Schutz vor Assimilierung

In sei­nem Arti­kel 5 will das Rah­men­über­ein­kom­men des Euro­pa­rats zum Schutz natio­na­ler Min­der­hei­ten sicher­stel­len, dass Ange­hö­ri­ge natio­na­ler Min­der­hei­ten ihre Kul­tur pfle­gen und wei­ter­ent­wi­ckeln und ihre Iden­ti­tät bewah­ren können.

Arti­kel 5 Absatz 2 des Rah­men­über­ein­kom­mens stellt klar, dass die­ser Schutz auch das Ver­bot der zwangs­wei­sen Assi­mi­lie­rung einer natio­na­len Min­der­heit umfasst.

Arti­kel 5 [För­de­rung der eigen­stän­di­gen Kul­tur; Schutz vor Assimilierung]

  1. Unbe­scha­det der Maß­nah­men, die im Rah­men ihrer all­ge­mei­nen Inte­gra­ti­ons­po­li­tik getrof­fen wer­den, sehen die Ver­trags­par­tei­en von Ziel­set­zun­gen oder Prak­ti­ken ab, die auf die Assi­mi­lie­rung von Ange­hö­ri­gen natio­na­ler Min­der­hei­ten gegen deren Wil­len gerich­tet sind, und schüt­zen die­se Per­so­nen vor jeder auf eine sol­che Assi­mi­lie­rung gerich­te­ten Maßnahme.

Arti­kel 5 Absatz 2 des Rah­men­über­ein­kom­mens ver­pflich­tet die Ver­trags­staa­ten, auf jeg­li­che Maß­nah­men zu ver­zich­ten, deren Ziel die Assi­mi­lie­rung von Ange­hö­ri­gen natio­na­ler Min­der­hei­ten gegen deren Wil­len ist, sowie dazu, Ange­hö­ri­ge natio­na­ler Min­der­hei­ten vor sol­chen Maß­nah­men zu schützen.

Arti­kel 5 Absatz 2 des Rah­men­über­ein­kom­mens soll Ange­hö­ri­ge natio­na­ler Min­der­hei­ten aller­dings nur vor einer Assi­mi­lie­rung gegen ihren Wil­len schüt­zen. Er ver­bie­tet nicht die frei­wil­li­ge Anpassung.

Auch die all­ge­mei­ne Inte­gra­ti­ons­po­li­tik in dem jewei­li­gen Ver­trags­staat bleibt hier­von unberührt.

Bild­quel­len:

  • Wen­di­sches Mäd­chen: Wil­liam Krau­se (1875 – 1925)

Sie sind derzeit offline!

Zum Inhalt springen