Ent­ste­hen des Rahmenübereinkommens

Europarat, Parlamentarische Versammlung

Nach­dem es in der Fra­ge des Schut­zes der natio­na­ler Min­der­hei­ten in Euro­pa jahr(zente)lang kei­ne nen­nens­wer­te Fort­schrit­te gab, ging es nach den poli­ti­schen Umwäl­zun­gen zu Anfang der 1990er Jah­re ganz schnell. Der Durch­bruch gelang im Okto­ber 1993 auf dem Gip­fel­tref­fen der Staats- und Regie­rungs­chefs der Mit­glieds­staa­ten des Euro­pa­ra­tes in Wien.

Die Staats- und Regie­rungs­chefs der Euro­pa­rats­staa­ten einig­ten sich auf ein Kon­zept, dem alle Mit­glied­staa­ten des Euro­pa­ra­tes zustim­men konn­ten. Dazu gehör­te ins­be­son­de­re das Rah­men­über­ein­kom­men zum Schutz natio­na­ler Min­der­hei­ten. Die­ses soll­te mit all­ge­mein gehal­te­nen Staa­ten­ver­pflich­tun­gen, die es den Staa­ten erlau­ben, ihre jewei­li­gen recht­li­chen und tat­säch­li­chen Gege­ben­hei­ten und die unter­schied­li­che Situa­ti­on der ver­schie­de­nen natio­na­len Min­der­hei­ten zu berück­sich­ti­gen, einen umfas­sen­den Schutz der natio­na­len Min­der­hei­ten in wesent­li­chen Berei­chen des gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Lebens gewähr­leis­ten. Zugleich soll­te mit den Arbei­ten an einem Pro­to­koll zur Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on mit indi­vi­du­el­len, jus­ti­zia­blen Rech­ten ins­be­son­de­re für Ange­hö­ri­ge natio­na­ler Min­der­hei­ten begon­nen wer­den, dies beschränkt auf den kul­tu­rel­len Bereich.

Zur Ver­wirk­li­chung die­ses Kom­pro­mis­ses setz­te das Minis­ter­ko­mi­tee des Euro­pa­ra­tes mit Beschluss vom 4. Novem­ber 1993 den Ad-hoc-Aus­schuss zum Schutz natio­na­ler Min­der­hei­ten (CAHMIN) ein und beauf­trag­te ihn mit der Umset­zung des Man­dats. Der Exper­ten­aus­schuss stand allen Mit­glieds­staa­ten des Euro­pa­rats offen. Er trat im Januar1994 erst­mals zusam­men. Grund­la­ge der Arbeit des CAHMIN waren die bereits bestehen­den Über­ein­künf­te und Tex­te zum Schutz natio­na­ler Min­der­hei­ten sowie Ent­wür­fe von Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen. Beson­de­re Bedeu­tung maß der CAHMIN den Vor­ar­bei­ten des CDDH und des DH-MIN bei. Im Okto­ber 1994 – nach sie­ben Voll­sit­zun­gen und einem Tref­fen einer für alle Mit­glieds­staa­ten offe­nen Arbeits­grup­pe – leg­te der CAHMIN dem Minis­ter­ko­mit­tee Ent­wür­fe des Rah­men­über­ein­kom­mens sowie eines Erläu­tern­den Berichts zu dem Über­ein­kom­men vor. Am 10. Novem­ber 1994 beschloss das Minis­ter­ko­mi­tee den Text des Rah­men­über­ein­kom­mens sowie die Ver­öf­fent­li­chung des Erläu­tern­den Berichts.

Das Rah­men­über­ein­kom­men wur­de sodann am 1. Febru­ar 1995 zur Zeich­nung auf­ge­legt. Bis­her haben 43 Mit­glied­staa­ten des Euro­pa­rats das Über­ein­kom­men gezeich­net, 39 Staa­ten haben das Rah­men­über­ein­kom­men bis­her ratifiziert.

Bild­quel­len:

  • Par­la­men­ta­ri­sche Ver­samm­lung des Euro­pa­rats: Coun­cil of Euro­pe /​ Ellen Wuibaux

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